2015: Der Wirtschaftsverlag ist CO2-neutral

01. Jänner 2015

Seit 1.1.2015 ist der Österreichische Wirtschaftsverlag ein CO2-neutrales Unternehmen. Ab 1.1.2016 werden zusätzlich alle Druckwerke CO2-neutral sein. Wie das geht und warum wir das machen, erfahren Sie hier.

Die Frage nach dem Warum ist leicht beantwortet: der Grund ist Klimaschutz. Der Wirtschaftsverlag setzt seit Mitte 2013 eine sogenannte CSR Strategie um. Die Abkürzung CSR steht für Corporate Social Responsibility, also unternehmerische Verantwortung. Als traditionsreiches Medienhaus wollen wir unsere Verantwortung ernst nehmen und einen Beitrag zu einer Wirtschaft leisten, die für Mensch und Umwelt verträglich ist. Im Rahmen einer solchen CSR Strategie versuchen Unternehmen deshalb all ihr Wirken im Sinne der Nachhaltigkeit zu verbessern. Dabei geht es im Wesentlichen um soziale, wirtschaftliche und ökologische Aspekte. Bei letzteren steht man sehr rasch mit beiden Beinen im Thema Klimaschutz, schließlich sind viele Dinge am Ende des Tages „klimawirksam“. Egal ob Mobilität, Energieverbrauch, Papierverbrauch, Wärme: fast immer führen Maßnahmen für einen schonenden Umgang mit Ressourcen zu einem geringeren Verbrauch an Treibhausgasen, allen voran CO2.

Ressourcen schonen

Der Wirtschaftsverlag war fleißig: in zahlreichen Arbeitsgruppen wurden klimaschonende Maßnahmen erdacht und umgesetzt. Das ist teilweise Kleinarbeit, aber in Summe kommt es doch zu deutlichen CO2-Einsparungen. Viele der Maßnahmen wurden im Rahmen des Öko-Business-Plan der Stadt Wien dokumentiert, kommissionell geprüft und mit einem Zertifikat versehen (http://unternehmen.oekobusinessplan.wien.at/unternehmen/8776).

Einige seien hier exemplarisch hervorgehoben:

Energie: Umstieg auf Strom aus 100% erneuerbaren Quellen
Produktion: Reduktion der Folienverpackung im Zeitschriftenversand, Papier aus zertifizierten Quellen

Green IT: Nutzungsdauerverlängerung bei Endgeräten, Umstieg auf moderne Server, Optimierung der Kühlsysteme

Beschaffung: Umstieg auf Bio, Regional, Fairtrade in allen Bereichen, Ausstieg aus Kapselkaffee

Abfall: Lückenloses Recycling, Müllvermeidung, Umsetzung von GreenEvents

Mobilität: neue, verbrauchsoptimierte Poolautos

Unser Fußabdruck

Wir wollten es genau wissen und haben unseren CO2-Fußabdruck berechnen lassen. Die Firma Zukunftswerk (zukunftswerk.org) hat das für uns als unabhängiges Institut gemacht und errechnet, dass unser Verlagsbetrieb jährlich 205 Tonnen CO2-Emissionen verursacht. Zum Vergleich: der Pro-Kopf Verbrauch eines Österreichers pro Jahr liegt bei circa 10-11 Tonnen. Es handelt sich also um einen recht passablen, ja vergleichsweise geringen Wert für ein Unternehmen mit über 100 Mitarbeitern. Wir haben auch noch einiges vor, um unseren CO2-Fußabdruck weiterhin zu verringern, jedoch kommen wir dabei irgendwann an Grenzen. Doch egal wie stark wir unseren Fußabdruck noch verkleinern können: den Rest der Emissionen wollen wir kompensieren, das heißt durch Zukauf von Emissionszertifikaten ausgleichen.
 

Wie geht das?

Klimaschutz ist global. Ziel ist es, den durch Menschen seit Beginn der Industrialisierung verursachten Anstieg der durchschnittlichen Temperatur auf der Erde auf zwei Grad Celsius einzugrenzen (mehr dazu hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Zwei-Grad-Ziel). Dazu sind globale Maßnahmen notwendig. Es ist bekannt, dass die Hauptverursacher, die Industrieländer, auch die meisten technischen und finanziellen Mittel haben, um ihren Beitrag zur Treibhausgasreduktion zu leisten. Viele der Emissionen passieren aber auch in strukturschwachen Ländern, oftmals in Auftragsproduktion der Industrieländer. Um hier rasch und global Mittel zur Verfügung zu stellen, haben die vereinten Nationen und die EU den Emissionshandel etabliert (ETS System http://www.bmlfuw.gv.at/umwelt/klimaschutz/eu-emissionshandel.html ). Dadurch werden in Schwellenländern Projekte durchgeführt, die sonst nicht möglich wären: Aufforstungsprogramme, Windparks, Ausstieg oder Umstieg von Kohle auf erneuerbare Energie und vieles mehr. Viele große Industrieunternehmen sind heute zum Zertifikatehandel verpflichtet. Kleinere und Mittlere Unternehmen können, wie alle Bürger übrigens auch, freiwillig teilnehmen. Sie können sicher sein, dass durch ihr Geld an einem anderen Ort auf der Erde jene Menge an CO2 eingespart wird, die sie selbst derzeit noch verursachen. Der Wirtschaftsverlag hat sich dazu entschlossen, dies nun ebenfalls zu tun. Wir haben beginnend mit 1.1.2015 Emissionsrechte für 205 Tonnen CO2 aus dem UNFCCC-Klimaschutzprojekt Northwind Bangui Bay Project (Windkraft, Philippinen, PH453 http://www.zukunftswerk.org/co2-51.html ) erworben und werden dies auch in den kommenden Jahren tun. Der Zertifikatekauf ist hier dokumentiert: www.zukunftswerk.org/co2-50196

Damit nicht genug

Die größte CO2-Belastung entsteht beim Herstellen und Versenden unserer Druckwerke, also in unserem Kerngeschäft. Auch in diesem Bereich haben wir einiges Unternommen, um die CO2-Belastung zu reduzieren. Wir verfügen selbst über keine Druckerei, wählen aber unsere Partner auch nach ökologischen Kriterien aus. Erfreulicherweise haben viele Druckereien heute hohe Umweltstandards und zahlreiche Gütesiegel vorzuweisen. Beim Versand ist die Österreichische Post bereits Vorreiter in Sachen Klimaschutz und stellt CO2-neutral zu. Dennoch haben die Experten von Zukunftswerk errechnet, dass der CO2-Fußabdruck durch das im Auftrag vergebene Produzieren und Versenden unserer Medien pro Jahr 500 Tonnen CO2-Emissionen  verursacht. Uns war rasch klar, dass wir auch hier handeln müssen, und entsprechende Emissionsrechte erwerben werden. Wir tun das ab 1.1.2016 und haben die entsprechenden Zertifikate bereits avisiert um ein Klimaschutzprojekt in Peru zu unterstützen http://www.zukunftswerk.org/co2-28.html

Um das Projekt auch auf unsere Veranstaltungen und Kongresse auszuweiten haben wir damit begonnen, die Events unmittelbar im Vorfeld aufgrund der Teilnehmerzahl, der An- und Abreise von Gästen und Vortragenden und aufgrund sonstiger Effekte, wie etwa Catering  zu berechnen und entsprechende Zertifikate zu erwerben und so die Emissionen zu kompensieren, die trotz zahlreicher Maßnahmen übrig bleiben.

Damit sind der Wirtschaftsverlag und alle seine Produkte (ab 1.1.2016) CO2-neutral. Derzeit sind wir dabei, das Projekt auch auf unseren Schwesterverlag am selben Standort, die MedizinMedien Austria, auszuweiten, einen entsprechende Berechnung ist bereits im Gange.

Wir lassen also beim Thema Klimaschutz keinesfalls locker, im Gegenteil: wir werden weiterhin kleine und große Maßnahmen umsetzen, um unseren CO2-Fußabdruck noch zu verkleinern und unseren Beitrag als verantwortungsvolles Unternehmen zu leisten.

 

Projektpartner:

Zukunftswerk, www.zukunftswerk.org

Senat der Wirtschaft Klimaallianz, www.senat-der-wirtschaft.at